Therapeut aus St. Vith zu Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt

Belga – 27 sept.2011

Das Lütticher Strafgericht hat am Dienstag einen aus St. Vith stammenden Psychotherapeuten zu einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten auf Bewährung verurteilt. Außerdem muss er wegen illegaler Ausübung eines Heilberufs und Betrugs eine Geldstrafe von 5.500 Euro zahlen.

Der Mann wurde ebenfalls schuldig gesprochen, fahrlässig den Tod einer Patientin verursacht zu haben. Der 57 Jahre alte Sozialassistent hatte eine therapeutische Zusatzausbildung absolviert.

Angelehnt hatte er sich an die “Germanische Neue Medizin” des ehemaligen deutschen Arztes Ryke Geerd Hamer und die “Biologie Totale” des Franzosen Claude Sabbah. Demnach sind alle Krankheitserscheinungen Ausdruck ungelöster psychischer Konflikte.

Die Familie einer Frau aus der Eifel, die im Juli 2002 an Krebs starb, hatte den Fall ins Rollen gebracht. Nach den Erkenntnissen des Gerichts hatte der Therapeut der Schwerkranken bis zu 80 Prozent Genesungschancen versprochen und ihr geraten, sich von der klassischen Medizin abzuwenden. Die Verteidigung hatte auf Freispruch plädiert.

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